Baulicher Brandschutz oft unnötig teuer: Experte verrät, warum angstgetriebene Planer Kosten explodieren lassen

Velburg (ots) –

Die Angst vor Risiken führt bei Architekten und Ingenieuren häufig zu einem übertriebenen Sicherheitsdenken – und damit gezwungenermaßen auch zu überzogenen Anforderungen und einem enormen Anstieg der Baukosten. „Das Problem liegt aber oft nicht in den Brandschutzmaßnahmen selbst, sondern in der Art und Weise, wie sie geplant und umgesetzt werden“, erklärt Dr. Peter Burnickl.

„Ein ausgewogenes Verhältnis von Sicherheit und Wirtschaftlichkeit zu finden, ist der Schlüssel.“ Der studierte Ingenieur hat selbst über 25 Millionen Euro in Bauvorhaben investiert und mehr als 1.000 Projekte betreut. Im Folgenden hat er verraten, warum angstgetriebene Planer die Kosten explodieren lassen und wie sich das verhindern lässt.

Das Dilemma des baulichen Brandschutzes

Das Thema Brandschutz wird immer wieder in den Medien diskutiert – insbesondere im Zusammenhang mit Gebäudebränden. Oft führt diese öffentliche Aufmerksamkeit zu einem übertriebenen Sicherheitsdenken von Architekten und Ingenieuren. Die Folge sind immense Kostenexplosionen – insbesondere bei Bauvorhaben im Sonderbau, bei denen ein Brandschutzkonzept für die Baugenehmigung benötigt wird. In den meisten Fällen werden dann spezielle Brandschutzgutachter beauftragt, die aufgrund ihrer Ausbildung als Architekten oder Bauingenieure mit einer Zusatzausbildung im Brandschutz zwar über hohe Kenntnisse in Baustoffen, aber weniger Know-how in der Gebäudetechnik verfügen.

Außerdem sind die Planer in Deutschland durch das Werkvertragsrecht gebunden, was häufig zu einer übermäßig vorsichtigen Planung und unnötig hohen Kosten führt. Durch das Schulden eines „Werkes“ und die damit verbundene gesamtschuldnerische Haftung ist das Sicherheitsdenken weit höher positioniert als Kosteneinsparungen. Ein Beispiel sind Brandmeldeanlagen, bei denen von vier Schutzkategorien oft die höchste Kategorie, also der Vollschutz, gewählt wird. In der Folge müssen nicht nur alle Räume, sondern auch Zwischenräume mit entsprechenden Rauchmeldern ausgestattet werden. In einem großen Bürogebäude braucht es dann statt beispielsweise 1.000 Rauchmeldern schnell die doppelte Menge – was bei einem Preis von 100 bis 300 Euro pro Rauchmelder der Kategorie vier immens ist. Derlei überzogene Maßnahmen kosten den Bauherrn allerdings nicht nur einmalig Geld: Schließlich muss in Deutschland alles, was der Sicherheit dient, regelmäßig gewartet werden, was zusätzliche Kosten verursacht – ohne gültigen Wartungsvertrag erfolgt auch keine Abnahme.

Warum ein ausgewogener Ansatz so wichtig ist

Um diesem Dilemma zu begegnen, ist es ratsam, mehrere Angebote von Brandschutzgutachtern einzuholen und deren unterschiedliche Konzepte zu evaluieren. Dabei sollte nicht nur der Preis, sondern vor allem die Qualität und Angemessenheit der Konzepte im Fokus stehen. Sicherheit ist zweifelsohne wichtig, doch es ist essenziell, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Kosten zu finden.

Zudem sollte beim Thema Brandschutz immer der Personenschutz im Vordergrund stehen, um die Gefahr für Leib und Leben möglichst gering zu halten. Am Ende sollte es nämlich vor allem um den Schutz von Menschenleben, nicht um den Sachschutz gehen. Ein gewisses Augenmaß und gesunder Menschenverstand sind erforderlich, um den gestiegenen Anforderungen, die oft von verschiedenen Lobbys vorangetrieben werden, entgegenzuwirken.

Über Dr. Peter Burnickl:

Die Krise in der Baubranche verschärft sich zunehmend – landesweit ruhen die Baustellen, da viele Projektentwickler und Bauträger Insolvenz anmelden. Dabei ist der Tiefpunkt noch nicht erreicht. Denn in den kommenden zwei Jahren dürfte sich die Situation weiter zuspitzen. Gründe dafür sind unter anderem das unsichere Marktumfeld sowie die sich ständig ändernden Anforderungen an Standards. Doch das Problem liegt weit tiefer. Denn es scheint, als hätten zahlreiche Beteiligte kein Interesse an einer Begrenzung der Kosten – kaum verwunderlich, da ihr Honorar mit höheren Baukosten ebenfalls steigt. Dr. Peter Burnickl beobachtet diese Herausforderungen schon seit einiger Zeit und hat sich zur Aufgabe gemacht, mit einem neuen Ansatz für nachhaltige, optimierte und wirtschaftliche Gebäude zu sorgen. Er ist der Geschäftsführer der Pro Bauherr GmbH und kennt diese als Ingenieur, Projektentwickler und Bauträger genau. Mit seinem Team unterstützt er Bauherren dabei, so zu bauen, dass alle Kosteneinsparpotentiale voll ausgeschöpft sind. Weitere Informationen unter: https://www.pro-bauherr.com/

Pressekontakt:
Pro Bauherr GmbH
Vertreten durch: Dr. Peter Burnickl
E-Mail: [email protected]
https://www.pro-bauherr.com

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